Wir stellen vor: Was ist Jersey?

Wir stellen vor: Was ist Jersey?

Das Angebot schöner Stoffe ist riesig und du fühlst dich manchmal von der Fülle der Auswahl überfordert? Oder du stehst im Stoffladen und kannst mit den Bezeichnungen der Stoffe nichts anfangen?

Kein Problem! In unserer Reihe „Wir stellen vor“ stelle ich dir regelmäßig einen Stoff näher vor und zeige dir auch gleich - was du aus diesem Stoff nähen kannst.

Nach Wollwalk, Popeline, Musselin und Batist stelle ich dir heute den perfekten Stoff für T-Shirts, Kleider oder Leggings vor: Jersey! 

Und wenn du nicht lange lesen magst - meine Zusammenfassung dieses Blogartikels findest du als Video am Ende :-).

Wir stellen vor: Was ist Jersey?

Woraus besteht Jersey & wie wird Jersey hergestellt?

Das Angebot wunderschöner Stoffe ist riesig & den Überblick zu behalten ist nicht einfach. Als Faustformel kannst du dir die einfache Unterteilung nach der Herstellungsart merken.

Nach der Art der Herstellung kannst du zwischen Webstoffen und Strickstoffen unterscheiden. Aufgrund ihrer stabileren Eigenschaften, sind Webstoffe wie Popeline, Batist oder Musselin gut für den Näh-Anfänger geeignet.

Strickstoffe -und genau in diese Kategorie gehört Jersey- sind weit verbreitet, aufgrund ihrer Elastizität aber gerade für Anfänger schwieriger zu nähen.

Jersey ist ein elastischer Stoff der auf auf Rundstrickmaschinen gestrickt wird. Vielleicht hast du schon mal gestrickt oder du hast eine Oma die strickt? Ungefähr so - nur wesentlich größer- musst du dir Industrie-Strickmaschinen vorstellen. Der Stoff entsteht durch das Verschlingen rechter und linker Maschen.

Jersey wird aus den verschiedensten Garnen hergestellt - mittlerweile gibt es Jersey aus BaumwolleTencel oder Leinen. Darüber hinaus wird beim Stricken des Jerseys oftmals ein elastisches Garn (meistens Elasthan) mitgestrickt - dieses erhöht die Elastizität des Jersey-Stoffes zusätzlich. 

Jersey kann leicht bedruckt werden und ist in einer großen Design-Vielfalt verfügbar. In unserem Biostoffladen werden sehr gerne die gestreiften bz. unifarbenen Jerseystoffe von Lebenskleidung oder die herrlichen Jersey-Designs von Elevlyckan aus Schweden gekauft. 

Welche Eigenschaften hat Jersey?

Jersey ist aufgrund seiner Maschenstruktur quer- & längselastisch. Der Stoff liegt weich auf der Haut, ist atmungsaktiv und langlebig.

Jersey ist bequem und passt sich deinem Körper an. Darüber hinaus ist der Stoff knitterfrei und du musst ihn nicht bügeln :-).

Allerdings ist Jersey anspruchsvoller zu verarbeiten und verzieht sich leicht unter der Nähmaschine.

Sommerkleid aus Jersey

Was kannst du aus Jersey nähen?

Eigentlich alles :-). Angefangen von herrlichen Sommerkleidern für dich, über unverwüstliche Shirts, Leggings, Beanies und Loopschals. Aufgrund der großen Bewegungsfreiheit ist Jersey ideal für Baby- und Kinderkleidung. Ich nähe auch sämtliche Schlafanzüge für meine Kinder aus Jersey.

Und wenn du dich jetzt fragst: Welches Schnittmuster ich dir für den Anfang empfehlen kann?  Dann habe ich 3 Empfehlungen für dich:

Nr. 1:  Ist das Langarm-Shirt Frau Karla. Das einfache Shirt kannst du mit kurzen oder langen Armen nähen. Aus geringelten Jersey kommt das Shirt besonders gut zur Geltung.

Nr. 2: Das Kleid Frau Elly. Der Schnitt ist taillierter als das Langarmshirt - du kannst es mit oder ohne Arm nähen. Und mit einem Gürtel kannst du das Kleid zusätzlich akzentuieren.

Nr. 3: Ist für Nähanfänger mit Erfahrung :-). Das Ringelshirt hat einen Kugel-Arm und ist etwas anspruchsvoller. Dafür ist der Schnitt wahnsinnig flexibel. Ob Rundhals-, U-Boot oder V-Ausschnitt, lange oder  kurze Ärmel - alles ist möglich. Und das Schnittmuster ist für Größe 34-50 ausgelegt.
Und ich werde oft gefragt "Was ist die ideale Stoffmenge?". Hier mein Tipp für dich: Wenn der Jersey-Stoff mindestens 1,40m breit liegt, kannst du
  1. aus 0,7 m Jersey ein Shirt ohne bzw. mit kurzen Arm nähen
  2. aus 1,0 m Jersey ein Shirt mit 3/4-Arm oder ein einfaches Jerseykleid nähen
  3. aus 1,30 m Jersey ein Langarm-Shirt bzw. ein Langarm-Jerseykleid nähen
  4. aus 1,50 m ein Langarm-Shirt für dich und eine Leggings für dein Kind nähen.

Das macht doch die Kalkulation gleich viel leichter, oder?

Ringelshirt aus Komfort-Sweat

 

Meine 3 Tipps zum Nähen mit Jersey 

1. Achte beim Stoffeinkauf auf eine gute Qualität

Und kaufe Jersey-Stoffe mit einer höheren Grammatur - ab 180gr/qm. Die Grammatur zeigt dir, wie schwer ein Stoff ist. Je nachdem ob der Stoff dichter gestrickt ist oder ein dickeres Garn verwendet wurde, um so leichter oder schwerer ist der Stoff.

Dünne Jerseys verziehen sich besonders leicht unter der Nähmaschine und rauben dir gerade am Anfang schnell die Nerven. Jersey mit einer Grammatur ab 180 gr/qm ist griffiger und rutscht dir unter der Nähmaschine nicht so leicht weg. 

Jersey zuschneiden

2. Nähe Jersey-Stoff immer mit einer Jersey-Nadel 

Wenn du Jersey verarbeitet, verwende immer eine Jersey-Nadel in dünner Nadelstärke - ich empfehle dir 60-70er Jersey-Nadeln.

Jersey-Nadeln haben eine abgerundete Spitze und verletzen nicht die empfindliche Maschenstruktur des Strickstoffes. Die Kugelspitze der Nadel ist im Prinzip "stumpf" und schiebt sich an den Maschen vorbei - ohne sie dabei zu verletzen. Du vermeidest später kleine Löcher an deinem Nähprojekt ;-).

Beim Nähen rollen die Stoffkanten des Jerseys ein wenig auf, achte auf eine gleichmäßige Fixierung des Stoffs. Und verwende einen Stich mit einer größeren Fadenweite, z.B. einen Zickzack- oder Dreifachstich oder arbeite mit einer Overlock-Maschine.

Biojersey für den Sommer

3. Achte auf den Elasthan-Anteil im Jersey-Stoff 

Je nach Material-Zusammensetzung wird zwischen Jersey (ohne Elasthan-Anteil) und Stretch-Jersey (mit bis zu 10% Elasthan-Anteil) unterschieden.

Ich persönlich mag einen Elasthan-Anteil bis 5%. Der Jersey ist dann herrlich bequem und fühlt sich gut an. Auch Leggings und Beanies kannst du gut aus Stretch-Jersey nähen.

Jersey ohne Elasthan-Anteil ist weniger elastisch und solltest du nicht für körpernahe oder schmal geschnittene Kleidungsstücke vernähen.

 


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